The Leitplanke is the Limit – die Verkehrswende in NRW wird zur Stauschau!

Der Versprechen der Schwarz-Grünen Landesregierung gibt es viele, doch fehlt allenthalben
inzwischen der Glaube an die Umsetzung. NRW braucht tatsächlich eine ernstzunehmende
Verkehrswende! Es gibt hierzulande die meisten Staukilometer bundesweit. Die Bahn fährt
insbesondere im Ruhrgebiet fast ausnahmslos unpünktlich und in den ländlichen Gebieten erst gar
nicht los. Die Verkehrsinfrastruktur ist sanierungsbedürftig, viele Autobahnbrücken sind marode.
Was das für ernsthafte Konsequenzen haben kann, sieht man im Märkischen Kreis nach der
Sperrung der Autobahnbrücke der A45 bei Lüdenscheid. Unser Bundesland erstickt am Verkehr.
Die Auswirkungen auf das Klima und den damit verbundenen Klimawandel müssen nicht diskutiert
werden.

Unter den wechselnden Landesregierungen mit Beteiligung von SPD, FDP, CDU und Grünen wurde
in NRW über Jahrzehnte die Verkehrsinfrastruktur kaputtgespart! Eine spontane und rasche Lösung
ist da verständlicherweise nicht in Sicht. Wir müssen weg vom klimaschädlichen Individualverkehr,
auch wenn dieser von den fossilen Energieträgern auf z.B. Wasserstoff-betriebene Energieträger
umsteigen würde. Der Individualverkehr nimmt in unserem Land zu viel Platz ein. Platz, welcher für
eine intakte Natur dringend benötigt wird, um atmen zu können.

NRW braucht ein Verkehrskonzept, in dem der ÖPNV die wichtigste Rolle spielt. Aber auch die
Stadtplanung muss an dieser Verkehrswende beteiligt sein. Schon allein wegen der zukünftig
steigenden Zahl an älteren Verkehrsteilnehmer:innen.

Der Landesverkehrsminister Krischer (Grüne) gibt sich als Mangelverwalter. Wenn man seine
medialen Auftritte verfolgt, bricht sich der Eindruck Bahn, er würde von einem verkehrstechnischen
Brennpunkt zum nächsten fahren, um beschwichtigend die Hände zu heben. Politische Wenden
erzeugen immer Gegendruck. Gegendruck von denjenigen, die bisher von dem System profitiert
haben. Genau dieses System bringt uns inzwischen an den Rand des Verkehrskollaps. Es braucht
ein landesweites Verkehrskonzept, welches zukunftstauglich ist. Wir brauchen Kommunen, denen
die finanziellen Mittel an die Hand gegeben werden, die Probleme im ÖPNV auch zu lösen. Ein
Kaputtsparen auf Kosten der Kommunen ist einfach nicht hinnehmbar.

Stadttauben sind verwilderte Haustiere – ehrenamtliche Hilfe ist wichtig!

In unseren Innenstädten leben viele Stadttauben. Sie werden immer wieder als “Ratten der Lüfte” bezeichnet. Diese Aussage ist schon allein deshalb falsch, weil Ratten sehr intelligente und soziale Tiere sind und nicht zum Schimpfwort taugen. Stadttauben sind ebenfalls sehr soziale Tiere und dazu elegant obendrein. Sie stammen von der Felsentaube ab und siedeln sich in unseren Innenstädten an, weil sie die Nähe des Menschen gewöhnt sind. Denn sie sind keine Wildtiere, sondern verwilderte Haustiere. Seit Jahrtausenden “nutzt” der Mensch die Gutmütigkeit und die Fähigkeiten dieser Tiere für seine Zwecke aus. Sie werden von ihm gehalten und gezüchtet, um sie zu verspeisen oder als Informationsüberbringer. Die vergangenen ca. 100 Jahre werden sie in erster Linie von sogenannten Taubenzüchter:innen als Prestigeobjekt gehalten, um Preise zu gewinnen.

Viele Kommunen in NRW haben ein Fütterungsverbot ausgesprochen. Hausbesitzer:innen bringen sog. Vergrämungsmaßnahmen, wie Spikes oder Drähnte an Häusern an, um die Tiere fernzuhalten. Die Stadttaube hat auch ohne solche Maßnahmen bereits einen schweren Stand. In den Innenstädten sind sie auf den Wohlstandsmüll der Menschen angewiesen, um sich ernähren zu können. Heruntergefallene Pommes oder achtlos entsorgte Brötchenreste. Es wird Zeit, dass die Menschen sich ihrer Verantwortung bewusst werden. Diese Tiere sind nicht zufällig in unseren Innenstädten, sondern weil der Mensch das ursprünglich so wollte. Also muss er sich jetzt auch kümmern, um Tierleid zu verhindern.

Viele Tierschützer:innen sind inzwischen in ganz NRW in Stadttaubenprojekten aktiv. Fast alle ehrenamtlich, ohne Unterstützung öffentlicher Stellen, bzw. zum Teil auch gegen deren Willen. Seien es Einzelpersonen, die ihre Zeit und ihr Engagement auf ihre Kosten einbringen, oder Gruppen, wie z.B. die Taubenhilfe Köln. Sie kümmern sich aufopferungsvoll um verletzte und kranke Stadttauben, versorgen diese und päppeln sie wieder auf. Diese Arbeit verdient Respekt und Unterstützung.

Wir als Landesverband NRW der Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) setzen uns deshalb für die Errichtung sogenannter betreuter Taubenhäuser nach dem Augsburger-Modell ein. Dort können die Tiere artgerecht gefüttert und rudimentär gesundheitlich versorgt werden. Durch den Austausch von Gelegeeiern mit Gipseiern erfolgt eine Bestandskontrolle. Dies ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die durch die Kommunen entsprechend zu unterstützen ist, um Tierleid zu verhindern!

https://koelner-taubenhilfe.de/